Es ist da!

Kürzlich hat eine frisch gebackene Mutter meine Gratulationen zur Geburt ihres Kindes mit dem Satz quittiert: „Dein Baby kommt ja auch bald.“ Ich brauchte einige Sekunden, bis ich begriff, dass sie von meinem neuen Buch sprach, bedankte mich dann aber meinerseits für die Glückwünsche zur bevorstehenden „Geburt“.

Als Kinderlose kann ich nicht beurteilen, wie sich die Freude über die Geburt eines Kindes zur Freude über das Erscheinen eines Romans verhält. – Ich nehme an, sie wird doch noch um Einiges grösser sein. – Aber die Analogie hat ihren Reiz, weshalb ich sie hier gerne aufnehme, um zu verkünden: Jetzt ist es da, mein „Baby“. Es trägt den Namen „Jederstadt“, ist ca. 400 Gramm schwer und (in den Augen der „Mutter“) natürlich das hübscheste Kind der Welt.

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Fiktive Orte

Wie mein erster, spielt auch mein zweiter, demnächst erscheinender Roman mehrheitlich an einem fiktiven Ort. War es in „Zu keiner anderen Zeit“ ein Landgut in Mähren, so ist es in „Jederstadt“ – genau: eine Stadt. Reales Vorbild von „Jederstadt“ ist das schlesische Brieg, heute Brzeg, im südwestlichen Polen gelegen.

Ich will es gleich gestehen: Ich habe Brzeg (noch) nie besucht. Als Inspiration für mein Roman-Städtchen diente mir vor allem historisches Bildmaterial, das ich in Büchern und im Internet fand. So sind Rathaus und Ring kolorierten Ansichtskarten von Brieg nachempfunden, und die Oder-Brücke, die im Roman auftaucht, geht auf historische Fotos des Brieger Originals zurück. Schliesslich stimmt auch die Lage Jederstadts, ziemlich genau in der Mitte zwischen Breslau und Oppeln, mit derjenigen Briegs überein.

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Literarische Gehversuche

Kürzlich habe ich, angeregt von einer TV-Doku über „rätselhafte Amazonen“, ein altes, unveröffentlichtes Manuskript von mir wieder ausgegraben, welches rätselhafterweise von Amazonen handelt. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich mit der Arbeit daran angefangen hatte. Es dürfte noch während meines Geschichtsstudiums in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts (!) gewesen sein.

Nun ist es mit alten, unveröffentlichten Manuskripten ja so eine Sache. In der Regel gibt es gute Gründe, warum sie nie zum Buch geworden sind. Beim Wiederlesen meines „Frühwerks“ schwankte ich jedenfalls beständig zwischen Schmunzeln und Schaudern, entdeckte so manche Stilblüte, die ich mir seither glücklicherweise abgewöhnt habe, und eine – offenbar früh erwachte – Liebe zu Adjektiven, der ich zum Leidwesen mancher Leser*innen nach wie vor fröne.

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Der Sound von Solmeritz

Musik, vor allem klassische, spielt in meinen Romanen eine grosse Rolle. Helena, die Hauptfigur meines Erstlings „Zu keiner anderen Zeit“, ist eine begabte Klavierspielerin, Irina, eine der beiden zentralen Figuren meines im April erscheinenden Romans „Jederstadt“, Sängerin.

In beiden Büchern wird denn auch viel musiziert, und beide Erzählungen haben in meiner Vorstellung ihre ganz besondere Begleitmusik – oder, um es in der Sprache der Filmemacher*innen auszudrücken: ihren ganz eigenen „Soundtrack“. Welcher „Track“ bzw. Titel gerade gespielt wird, unterscheidet sich dabei (wie ja auch im Film) von Szene zu Szene, Ort zu Ort.

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