Vom Schreiben-Müssen

In einem Beitrag von Radio SRF erklärt die Literatursoziologin, Carolin Amlinger, die im Rahmen einer Studie rund 20 Autorinnen und Autoren zu ihren Lebensrealitäten befragt hat, sie sei überrascht gewesen, dass viele Schriftsteller*innen nach wie vor stark an der Vorstellung festhielten, dass sie gar nicht anders könnten, als zu schreiben. Sie habe, so die Soziologin weiter, mit viel abgeklärteren, pragmatischeren Personen gerechnet.

Stattdessen die Erkenntnis: Es gibt ihn also doch (noch), diesen inneren Drang des Autors, der Autorin, sich kreativ (schreibend) auszudrücken, auch wenn der gesunde Menschenverstand – lies: der knallharte Literaturbetrieb – einem zu etwas Anderem rät.

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Literarische Gehversuche

Kürzlich habe ich, angeregt von einer TV-Doku über „rätselhafte Amazonen“, ein altes, unveröffentlichtes Manuskript von mir wieder ausgegraben, welches rätselhafterweise von Amazonen handelt. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich mit der Arbeit daran angefangen hatte. Es dürfte noch während meines Geschichtsstudiums in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts (!) gewesen sein.

Nun ist es mit alten, unveröffentlichten Manuskripten ja so eine Sache. In der Regel gibt es gute Gründe, warum sie nie zum Buch geworden sind. Beim Wiederlesen meines „Frühwerks“ schwankte ich jedenfalls beständig zwischen Schmunzeln und Schaudern, entdeckte so manche Stilblüte, die ich mir seither glücklicherweise abgewöhnt habe, und eine – offenbar früh erwachte – Liebe zu Adjektiven, der ich zum Leidwesen mancher Leser*innen nach wie vor fröne.

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Der Sound von Solmeritz

Musik, vor allem klassische, spielt in meinen Romanen eine grosse Rolle. Helena, die Hauptfigur meines Erstlings „Zu keiner anderen Zeit“, ist eine begabte Klavierspielerin, Irina, eine der beiden zentralen Figuren meines im April erscheinenden Romans „Jederstadt“, Sängerin.

In beiden Büchern wird denn auch viel musiziert, und beide Erzählungen haben in meiner Vorstellung ihre ganz besondere Begleitmusik – oder, um es in der Sprache der Filmemacher*innen auszudrücken: ihren ganz eigenen „Soundtrack“. Welcher „Track“ bzw. Titel gerade gespielt wird, unterscheidet sich dabei (wie ja auch im Film) von Szene zu Szene, Ort zu Ort.

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Über das Recherchieren

Wer nicht gerne recherchiert, sollte auf keinen Fall einen historischen Roman verfassen. Gute Recherche braucht einen langen Atem. Sie ist gewissermassen eine Ausdauersportart. Und Ausdauer hat man gewöhnlich nur bei Dingen, die man gerne tut.

In der Tat kann einem das Recherchieren manchmal vorkommen, wie wenn man einen hohen Berg erklimmen müsste. Es ist zeitraubend und anstrengend, aber auch spannend und lohnenswert – man denke nur an die Aussicht, die sich einem von Berggipfeln aus bietet! Oder anders gesagt: Wenn sich unter einem das Panorama eines ganzen Zeitalters ausdehnt, erzählt es sich am besten.

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